Monday, March 02, 2009
Endlich!!!
Gestern gab's (endlich) mal wieder Fisch - rohen Fisch. Wie (fast) immer am Sonntag abend. Wie (fast) immer beim besten fish joint der Stadt. Ausnahmsweise dieses Mal mit unseren britisch-chinesischen Freunden aus Brooklyn nebst Familie. Der Abend war nett, hatten wir doch vorher alle zusammen "Milk" gesehen und waren schwer begeistert. Der Höhepunkt des Abends aber kam erst noch - ganz leise und unerwartet.
Nachdem wir durch dichtes Schneetreiben nach Norden gen Heimat stolperten, immer schön die 1st Avenue hoch, konnte ich mein Glück nicht fassen. Im Windschatten des hässlichen McDonalds hat ein neuer Fressladen aufgemacht - nichts ungewöhnliches hier, haben wir doch auf 500 Fuß rund um unsere Wohnung sage und schreibe 56 (sic!) aktive Bars und Restaurants (gerade erst gemessen und mit der State Liquor Authority abgeglichen).
Dieser Platz aber ist anders. "Wechsler's Currywurst" wird betrieben von einem Düsseldorfer bayrischer Abstammung, der auch Kölsch ausschenkt - und Currywurst verkauft. Das ist so, wie ein HunterG-Kommentator schrub, als ob ein New Yorker die Red Sox bejubeln würde - also nahezu völlig undenkbar. Aber André schenkt auch auch Pils, Hefeweisse, und als D'dorfer natürlich auch Alt aus. Und zwar das Uerige vom Fass - laut HuntergathererNYC bekommt er vier der vierteljährlich weltweit zehn exportierten Fässer der Düsseldorfer Brauerei. Also ein gut gemischtes deutsches Angebot.
Deutsche Kneipen mit guter Küche gibt es durchaus in New York, etwa "Zum Schneider" (gerade um die Ecke, 7th ST & Ave C) oder "Loreley" (Rivington St, in der Saison sogar mit weißem frischem Spargel!). Aber eine gute Currywurst zu finden war schwierig. Es gibt den deutschen Currywurst-Peddler Ralph auf der Ecke 5th Ave und 54th St, man kann ins "Hallo Berlin" in Hell's Kitchen gehen (626 10th Ave) und last not least das klassische "Alt Heidelberg" auf der Upper East Side aufsuchen (1648 2nd Ave, direkt neben Schaller & Weber), wo sogar die Latino-Kellner in Lederhosen auftreten - aber das war's dann auch schon fast. Eine Currywurstbude direkt um die Ecke zu haben, hat mir zu meinem New-York-Glück gerade noch gefehlt.
HuintergathererNYC zufolge kommt die Wurst aus gut recherchierter Quelle: Inhaber André Wechsler hat sogar bei der deutschen Botschaft angefragt, wo denn die Diplomaten ihren Currywurstheißhunger zu stillen belieben. Die müssen es ja schließlich wissen als Berufsberliner. Nun kommen die Wurstzutaten für "Wechsler’s Currywurst & Bratwurst " aus drei verschiedenen Quellen, eine davon ist der (auch von mir) hochgeschätzte Spezialitätenladen Schaller & Weber (mehr hier, hier und hier).
Whatsoever, die Tage mache ich mich mal auf den Weg um die Ecke und checke die supplies. Currywurst - wer hat nicht den Grönemeyer-Song im Ohr? Und wer jetzt noch keinen Yieper hat, kann sich hier oder hier oder hier noch ein wenig in Stimmung bringen
Sunday, February 15, 2009
East Village 1971
Yep. So sah das aus. Und so sieht es teilweise auch heute noch aus, trotz aller Jammerei. Am Rande: Hier ist mehr vom West Village und Greenwich zu sehen als vom East Village. Aber es ist dennoch ein netter Streifen. Danke für diesen Tip, EV Grieve.
Friday, February 13, 2009
Trauer und Wut

Das World Press Photo des Jahres 2009 von Anthony Suau. Detective Robert Cole, ein Beamter des Sheriff's Department in Cleveland Ohio, hat die unangenehme Aufgabe, Hausbewohnern die Zwangsräumung anzukündigen. Wenn Cole ein Haus findet, das schon leer steht, muss er sicherstellen, dass dort keine Waffen verborgen sind oder sich Hausbesetzer, oft Drogendealer, eingenistet haben. Zum Selbstschutz geht Cole mit gezogener Waffe in die Häuser. (Photo: Anthony Suau)
Trauer und Wut können einen angesichts der Finanzkrise hierzulande überkommen. War ich heute morgen noch froh, das Bild des neuen Preisträgers des World Press Photo Award, Anthony Suau, sehen zu können, wurde ich nur noch blass um die Nase, als ich die ganze Bilderserie Struggling Cleveland im Time Magazine gesehen habe.
Ja, es wird permament über die Ungerechtigkeiten publiziert - aber Bilder wirken oft stärker als Worte. Wer noch ein paar (gute) Worte mehr braucht, wende sich an die Atlantic seines Vertrauens: Cops and Squatters. On the foreclosure beat in San Bernardino, by Matthew Quirk.
US-Dialekt(ik)
Howdy, whe're ya from? Whatchamacallit? Wer schon immer mal wissen wollte, wie sein Amerikanisch klingt, kann das jetzt online testen. Wie man an meinem Test sieht, geh ich zwar nicht als New Yawker durch (nicht genug Brooklynese in der Aussprache), aber für den Nordosten reicht's dann wohl doch. Muss ein wenig resistentes Schulenglisch sein...
Und hier die beste aller Ehefrauen - born and raised in Midtown Manhattan:
| What American accent do you have? Your Result: The Inland North You may think you speak "Standard English straight out of the dictionary" but when you step away from the Great Lakes you get asked annoying questions like "Are you from Wisconsin?" or "Are you from Chicago?" Chances are you call carbonated drinks "pop." | |
| The Northeast | |
| The Midland | |
| Philadelphia | |
| The South | |
| Boston | |
| The West | |
| North Central | |
| What American accent do you have? Quiz Created on GoToQuiz | |
Und hier die beste aller Ehefrauen - born and raised in Midtown Manhattan:
| What American accent do you have? Your Result: The Northeast Judging by how you talk you are probably from north Jersey, New York City, Connecticut or Rhode Island. Chances are, if you are from New York City (and not those other places) people would probably be able to tell if they actually heard you speak. | |
| Philadelphia | |
| The Inland North | |
| The Midland | |
| Boston | |
| The South | |
| The West | |
| North Central | |
| What American accent do you have? Quiz Created on GoToQuiz | |
Monday, January 26, 2009
Bye, bye, grey old lady?
Alles begann mit der "Financial Page" in der Ausgabe des New Yorker vom 22. Dezember: Unter dem Titel News You Can Lose schrieb James Surowiecki über den merkwürdigen Platz zwischen Verleger-Himmel und -Hölle, in dem sich die Zeitungen seit Jahren befinden: Sie werden noch teuer auf Papier gedruckt, erscheinen aber in vollem journalistischem Umfang auch online - und zwar fast ausschließlich kostenlos. Nicht weniger, sondern mehr Leser haben die Zeitungen nun - aber keiner zahlt. Diese Zeit des Umbruchs müsse bald vorbei sein, sonst gehe es dem Qualitätsjournalismus an den Kragen. Dabei wurde auch das finanzielle Schlingern der guten Tante Times genannt.Dann orakelte Michael Hirschorn in der Januar-Ausgabe von Atlantic über das mögliche Ende der gedruckten New York Times im Mai 2009. "Alles Quatsch!", dementiert die "New York Times". Diese reagierte recht säuerlich in einem Leserbrief. Aber wo es raucht, ist meist auch Feuer. Und das Feuer bei der Times ist nicht mehr zu übersehen. Nachdem schon die Chicago Tribune in die Binsen gegangen ist und der Boston Globe nur noch am seidenen Faden hängt, fragt nun jeder, wer der nächste Todeskandidat ist.
Alles halbe Höhe, meint Felix Salmon in der Portfolio-Ausgabe vom 7. Januar: Why the New York Times Won't Cease Printing
Paidcontent.org berichtete am 23. Januar, dass die Times 19 ihrer 25 Etagen im wunderschönen Neubau von Renzo Piano verscheuern will. Und zwar die, in denen sie selbst arbeitet. Ein "sale-leaseback" soll's richten, die verbleibenden sechs Etagen will die Times dann selbst vermieten.
Aber das reicht noch nicht. Übereinstimmend gehen die Quellen von Schulden von 400 Millionen Dollar für Mai 2009 aus. Immerhin gibt es ein zwischenzeitliches Aufatmen auf den Fluren der grey lady: Das Time Magazine berichtet am 20. Januar über den mexikanischen Medientycoon Carlos Slim, der schon 6,9% der Times Compmpany-Aktien besitzt. Er haut die Times noch mal raus - mit einem Investment von 250 Mio. Dollar. Mehr Details dazu bei paidcontent.org.
Am Rande dazu noch drei weitere interessante stories:
Das New York Magazine wirft einen Blick auf die aufmüpfigen Cybergeeks in der Redaktion der NYT, die mit neuen journalistischen Formen die Zeitung retten könnten. Und wenn es in den Cyberspace ist.
Und was da? Da lesen wir Jon Austins Essay Fixing the Newspaper Business or “Do I Have to Do Everything Around Here?”. Genau. So wird's gemacht. Die Rückkehr bzw. Zukunft des Micropayments.
Und aus der Vogelsperspektive wirft der alte Adler "New Yorker" einen Blick in die Geschichte und betrachtet die politischen Auswirkungen, wenn eine Zeitung verschwindet. Was geht mit ihr?
Wer "zeitnah" up to date bleiben möchte, liest natürlich (auch) ein Blog. Was wäre da passender als www.newspaperdeathwatch.com?
The New Yorker: News You Can Lose
The Atlantic: End Times Can America’s paper of record survive the death of newsprint? Can journalism?
The Atlantic: End Times: A Response A letter from The New York Times Company
Portfolio: Why the New York Times Won't Cease Printing
Time Magazine: How Carlos Slim Saved the New York Times
Paidcontent.org: It’s Official: NYTCo Gets $250 Million Cash Infusion From Carlos Slim
New York Magazine: The New Journalism: Goosing the Gray Lady What are these renegade cybergeeks doing at the New York Times? Maybe saving it.
The Rowdy Crowd: Fixing the Newspaper Business or “Do I Have to Do Everything Around Here?”
The New Yorker: Back Issues The day the newspaper died.
UPDATE
Die NYTimes leistet natürlich einen sehr interessanten Beitrag zur Debatte - und zwar imn Blog Room for Debate. In Battle Plans for Newspapers vom 10. Februar kommen zu Wort:
- Nicholas Lemann, Dekan der Columbia Journalism School
- Joel Kramer, Redakteur der MinnPost.com
- Steven Brill, Gründer des American Lawyer magazine
- Geneva Overholser von der Annenberg School of Journalism
- Craig Newmark, Gründer der Anzeigenplattform craigslist.org
- Andrew Keen, Autor
- Edward M. Fouhy, Gründingsredakteur von Stateline.org
- Rick Rodriguez, ehemaliger Redakteur der Sacramento Bee
Und last not least hat das Time Magazine den sterbenden Zeitungen eine ganze Titelgeschichte gewidmet: How To Save Your Newspaper (16. Februar 2009)
How to Save Your NewspaperJetzt oder nie, heißt es für die Amerikas Tageszeitungen. Ein ehemaliger leitender Redakteur von TIME zeigt dem Journalismus einen Weg zurück zum Wohlstand: Bezahlen, und zwar jedes Mal einen Nickel
The Race for A Better Read
Gute Neuigkeiten für die alten Medien: Neue E-Reader könnten schon bald das Lesen erleichtern - besser als auf Papier Hier sind einige der Wettbewerber.
Saturday, January 24, 2009
Can't wait anymore!
Hmm, das GPS programmiere ich schon, den Fishfinder ans Arbeiten zu bekommen wird etwas kniffliger. Aber dafür ist der Winter ja gut: Setz Deinen Kram instand und auf geht's im Frühling, raus aufs Salzwasser!
In der Zwischenzeit hilft ein Blick auf ein paar nette Bilder in einem meiner Lieblingsphotojournalismusblogs
In der Zwischenzeit hilft ein Blick auf ein paar nette Bilder in einem meiner Lieblingsphotojournalismusblogs
Friday, January 23, 2009
Kampfmaschinen
Waffentragende US-Drohne. Photo courtesy of USAF, via Wired Blog (20 Killed in Deadly U.S. Drone Strike (Updated))Beängstigend, was P.W. Singer in seinem Beitrag Robots at War: The New Battlefield über den Einsatz von Kampfrobotern durch die USA beschreibt. Ich hoffe, immer auf der Seite derjenigen zu sein, die technisch überlegen ist. Ansonsten sehen wir in nächster Zukunft ziemlich alt aus, bzw. tot. Was heute über dem Irak, Afghanistan und Pakistan funktioniert, kann morgen auch über Manhattan, Kreuzberg oder Zürich funktionieren.
Na danke. Und das ist nur der momentane Zustand. Über das Tempo der Entwicklung lässt Singer uns nicht im Nebel stochern. Vom Katapult zum Maschinengewehr hat es eine Weile gedauert, aber heutzutage? Diese Art von Fortschritt scheint unvermeidlich zu sein.
Was passiert, wenn diese Technik in die falschen Hände fällt, kann ich mir leicht ausmalen. Was manchmal schwieriger ist: Was sind die falschen Hände?
[via Arts & Letters Daily]
Izz al-Din al-Qassam-Kämpfer mit vermutlich abgestürzter israelischer Drohne (via Gaza: IDF drone crashes; Hamas presents photos on YNetNews via Hamas-Website)
Tuesday, December 23, 2008
Happy Merry Ho-Ho-Ho!
Saturday, December 20, 2008
Insane real estate market
Über die Verschlimmerung der Lebensumstände in New York schreiben ja viele Blogger in New York, meist zu Recht und leider auch in einer deprimierenden Vielfalt. Genannt seien hier nur Jeremiah's Vanishing New York, EV Grieve oder Neither More Nor Less. Mehr in der Blogroll rechts.
Als ich jedoch dieses Wohnungsinserat bei Craigslist sah, konnte ich es selbst nicht mehr glauben. You decide: Scherz oder nicht?
Als ich jedoch dieses Wohnungsinserat bei Craigslist sah, konnte ich es selbst nicht mehr glauben. You decide: Scherz oder nicht?
Friday, November 14, 2008
Christoph Keller @ art101

Photoshop? Nein danke! Was hier zu sehen ist, existiert zwar nicht. Aber zu sehen ist es dennoch - genau so, what you see is what you get, unverfälscht durch Softwaretricks. Der Schriftsteller und Fotograf Christoph Keller, St. Gallen und New York, stellt derzeit seine neuesten Fotografien aus, und zwar in der Galerie art101 in Williamsburg, Brooklyn, New York.
Das St. Galler Tagblatt zeigt einige seiner Bilder und bietet dazu Kellers erhellenden Essay "Mit Licht schreiben", der zu den Bildern unbedingt zu empfehlen ist.
Als Schriftsteller und Journalist ist Keller im deutschen Sprachraum eine feste Größe, er verfasst Romane, Erzählungen und Theaterstücke; daneben übersetzt er aus dem Russischen. Nun schickt sich Christoph an, mit der Übersetzung seines beeindruckenden Buchs "Der beste Tänzer" auch auf den US-Markt zu gehen. Ich drücke meine Daumen and cross my fingers for you!
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