
Fundstück vom 11. 12.2006:
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Unbekannter Arsch vs. Mahmoud Ahmadinedschad
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Strahlendes Wetter, leichte Brise - und ein perfekter Start. Beim Startschuss gehen wir als Erste über die Linie. Mein Skipper Craig ist Ami durch und durch, doch gut herumgekommen. Bei den UN hat er gearbeitet und war in vielen Staaten Afrikas im Einsatz. Zurück in der Heimat gönnt er sich das Vergnügen, sonntags mit anderen um die Wette zu segeln. Aber er bleibt der Outsider. Rockport ist eine kleine Welt. Man kennt sich, ist miteinander verwandt. Das Geschäft verbindet - Rockport wird an Sommerwochenenden geradezu gestürmt von Touristen, die auf der Meile frischen Lobster, Süßkram und "Helmut's Apfelstrudel" konsumieren. Das Hafenbecken bietet "Motif No. 1", ein rot getünchtes Lagerhaus, das aus dem 18. Jahrhundert datiert. Direkt daneben gehen die Lobsterfischer ihrer Arbeit nach.
Außerdem fehlt mir noch das englische Seglervokabular, das schon im Deutschen recht gewöhnungsbedürftig ist. Mit Achterliek, Bullenstander und Cunningham-Kausch kann ich etwas anfangen, aber im Englischen? Außer "shiver me timbers" ist da noch nicht viel. Aber unter Rennbedingungen lernt man schnell.
Der Sandy Bay Yacht Club liegt geschützt (Google maps) in einem Naturhafen. Das Clubhaus steht auf Stelzen mitten im Hafenbecken. Es ist im landestypischen Stil gebaut, komplett aus Holz, mit silbergrauen Schindlen. Aufgereihte Schaukelstühle auf der Terrasse bieten beste Sicht übers Wasser.
Bklyn-Qns Expwy = Brooklyn-Queens Expressway, also einfach alles weglassen, was nicht unbedingt notwendig erscheint.
Bill Cosby eröffnet den Reigen kurz, aber knackig: "Jack DeJohnette. Ron Carter. Herbie Hancock." Das Publikum sinkt schon vor dem ersten Ton auf die Knie. Das Trio gibt klassischen Trio-Jazz mit Hancocks "Toys" und Jimmy Van Heusens "Thought About You", dessen Melodie kaum zu erkennen ist. Bassgott Ron Carter steht gut gelaunt seinen Mann, Jack DeJohnette überrascht wie so oft mit sensibel gespielter Batterie, Hancock orchestriert das Trio gefühlvoll und leitet es sicher und dynamisch. Freudenjuchzer beim Publikum, als nach dem ersten Stück der Überraschungsgast des Abends auftrittt: Michael Brecker, der trotz seiner schweren Knochenmarkserkrankung alles in seinem Tenorsolo von Hancocks "One Finger Snap" gibt.
Das zweite Set leitet einen Kurswechsel ein. Die Musik des Quintetts ist erheblich moderner und wartet mit überflüssigen Spielereien auf. Wahrscheinlich zum ersten Mal in der Geschichte der Carnegie Hall wird eine elektronische Melodica zur Auffuehrung gebracht. Herbie Hancock verschwindet beinahe zwischen dem Flügel, den Keyboards und dem obligatorischen weißen MacIntosh-Computer. Umso mehr treten die anderen Musiker in Aktion.
Das folgende Pianodoppel mit Herbie Hancock und dem Kubaner Gonzalo Rubalcaba wetzt die Scharte des Quintetts nicht nur aus, sondern zeigt beide Musiker in Höchstform. Selten war so eine einvernehmliche Spielweise, ein so sensibel abgestimmtes Werk auf einer Bühne zu hoeren. Carnegie Hall at its best! Rubalcaba, der seine wilden Jahre hinter sich zu haben scheint und inzwischen filigraner arbeitet, schwebt in höhere Sphären, sorgfältig ausbalanciert durch Hancock's Modulationen und Zitate. Besonders deutlich wird das bei Hancock's klassischer Komposition "Maiden Voyage": Rubalcaba spielt funkelnd und leichthändig, während Hancock eher mit vollem Klang verdichtet. Sowohl bei Tempi, Modulation und Rhythmuswechseln erweisen sich die Pianisten als perfekt abgestimmt. Wo der eine vorlegt, reagiert der andere, nimmt ein Moment auf und antwortet in subtiler, leicht veränderter Weise.
Von allen Freunden, die an diesem Abend mit Hancock spielen, ist der Saxophonist Wayne Shorter wohl einer der engsten. Beide sind schon mit Dave Holland am Bass und Brian Blade am Schlagzeug auf Tour gegangen, und diese Vertrautheit kommt unmittelbar über den Bühnenrand. Zwei Stücke von Shorter und ein drittes von Holland verschmelzen in der Carnegie Hall zu einer großen Suite. Sie ist geprägt von unregelmäßigen Rhythmen wie eine Tide mit Schluckauf, wirkt dabei aber völlig organisch. Shorter liefert ein brillantes Sopransolo, aber das Geheimnis dieses Sets liegt eher in den Details: Das atemberaubende Tenor Shorters webt sich durch Hancock's clevere Wechsel, Holland's bindende Ostinati und Blades raffinierte Verschiebungen.
6.6.2006 - mein Einreisedatum in die Staaten. Carlos Gonzales sieht wirklich aus wie Carlos Gonzales. Hispanic durch und durch, mit einer Buzz-Frisur, wie ihn sonst die US-Soldaten tragen, nur dass Carlos Gonzales ein US Immigration Officer ist, ein Beamter einer Einwanderungsbehörde USCIS. Er versieht seinen Dienst am John-F.-Kennedy-Flughafen in New York und empfängt mich mich einem knappen "Welcome in the United States."