You must take the "A" train!
Thanky you, Phil!
Tuesday, November 27, 2007
New Yorker Lochverschlüsse
Schrub ich doch neulich schon War da was? über New Yorker Lochverschlüsse, so können wir heute noch einen draufsetzen: ConEd (ja, meine gaanz speziellen Freunde, die New Yorker Energieversorger) lassen Ihre Kanaldeckel in Indien gießen - und zwar von Arbeitern, die nicht mal Schuhe tragen. Die New York Times macht ihre Regionalseiten mit dem Thema auf: New York Manhole Covers, Forged Barefoot in India). Dazu gibt es unglaubliche Bilder in der NYT-Multimediashow. Weitere Bildverweise unter Indian Manhole Production Photos "Disturb" Con Ed beim Gothamist.
Immer wieder sterben Tiere und Menschen, weil die Kanaldeckel auch gerne mal Kriechstrom der härteren Sorte führen (nach einer ConEd-Untersuchung alleine 1214 im Jahre 2004). Traurige Berühmtheit erlangte Jodie Lane, die hier gerade um die Ecke in der 11. Straße zu Tode gegrillt wurde, als sie versuchte, ihrem Hund das Leben zu retten. Siehe auch die Artikelsammlung in der NY Times.
Immer wieder sterben Tiere und Menschen, weil die Kanaldeckel auch gerne mal Kriechstrom der härteren Sorte führen (nach einer ConEd-Untersuchung alleine 1214 im Jahre 2004). Traurige Berühmtheit erlangte Jodie Lane, die hier gerade um die Ecke in der 11. Straße zu Tode gegrillt wurde, als sie versuchte, ihrem Hund das Leben zu retten. Siehe auch die Artikelsammlung in der NY Times.
Wednesday, November 14, 2007
Hellllo there!

"Recht auf informationelle Selbstbestimmung"? Gleich mehrere Fremdworte in den USA. Kaum war mein Mobiltelefon angemeldet, kamen die ersten Anrufe. "Salam aleikum", flötete eine Angestellte einer New Yorker Zahnklinik im Glauben, einen zahnbehandlungsbedürftigen arabischsprachigen Kunden an der Strippe zu haben.
Kurz darauf meldete sich mit maschinengenerierter Stimme Geoffrey the Girafe - das offizielle Maskottchen des Spielwarenunternehmens Toys 'R' Us. Geoffrey wollte mir irgendein Spielzeug für meine Kinder aufzuquatschen, von denen noch nicht einmal ich selber wusste.
Vorläufiger Höhepunkt war dann der Anruf von Hillary Clinton. Ob ich denn nicht ein paar Taler für eine gute Sache locker machen wolle? Ok, es war nur eine synthetische Hillary, aber immerhin.
Nun bin ich weder Moslem, noch habe ich Kinder und wählen darf ich in den USA auch nicht. Dieser Fall war noch einfach zu klären: Meine Mobilnummer war vom Mobilfunkanbieter recyclet worden - und offenbar noch im Speicher einiger "Geschäftspartner".
Wer dermaßen jedoch an seinem Festnetzanschluss genervt wird, fragt sich: Was tun?
a) Cool bleiben, aufhängen und sofort verdrängen. Empfohlen v.a. bei maschinengenerierten Anrufen.
b) Cool bleiben, antworten, aufklären. Geht eine Weile lang gut, aber nur, wenn man einen Menschen statt eines Automaten am anderen Ende der Leitung hat.
c) Uffrejen, langsam eskalieren und die Telemarketer mit deutschen Flüchen à la Kapitän Haddock eindecken: "Hagel und Granaten! Hunderttausend heulende Höllenhunde! Seiltänzer! Kartoffelkäfer! Kleptomanen! Trog-Lo-Dy-Ten!" Uffhängen. Weiterfluchen.
d) Sich abmelden - und sich damit erst richtig der Werberbrut ausliefern. Wer seine Nummer bei der National Do Not Call Registry angibt, ist zwar für fünf Jahre lang geschützt. Nach Ablauf dieser Frist jedoch ist Schluss mit lustig, denn nicht nur die Regierungsbehörde hat die Liste, sondern auch jeder größere Telemarketer in den USA. Und die achten genau darauf, welche Nummer a) existiert und b) nicht mehr blockiert ist.
Die Website wird von der Verbraucherschutzbehörder der USA, der Federal Trade Commission (FTC), betrieben. Wenn der US-Kongress mitspielt, läuft die Frist demnächst nicht mehr aus, wer drin ist, ist drin - und hoffentlich geschützt.
Hier liegt der Hase im Pfeffer: Der Besitzer des Telefonanschlusses muss sich selbst schützen. In Deutschland ist es den Werbenden bis auf Weiteres untersagt ist, potentielle Kunden zu ködern oder sie mit unverlangter Post oder Faxen zu belästigen. In den USA jedoch darf man sich über Werbeanrufe selbst Samstag abends um 9 Uhr nicht wundern. Eine Folge davon: Viele US-Bürger gehen nach 18 Uhr einfach nicht mehr ans Telefon. Ein e weitere Folge war die enorme Zunahme an Mobiltelefonen. Denn deren Nummern werden allerdings allen Gerüchten entgegen immer noch nicht freigegeben - weder in Telefonbüchern noch in Listen an die Telemarketer (mehr dazu hier: Celling Your Soul).
Erstickt doch an Eurer Werbung, möchte man ausrufen - doch verkennt man damit den amerikanischen unerschütterlichen Glauben ans freie Unternehmertum, dem man besser nicht im Weg stehen sollte. Dasselbe gilt übrigens auch für Post. Aber dazu ein anderes Mal. Tüüüt.
Monday, September 17, 2007
War da was?
"Neulich" ist bekanntermaßen ein dehnbarer Begriff. Neulich ist in in diesem Fall Anfang Juli. Wir hatten einen Blackout auf dem Block - gut zwei Monate später sind die Reparaturarbeiten auf der Straße immer noch nicht abgeschlossen. Das Geheimnis: Die Jungs von ConEd (dem lokalen Stromversorger) kommen - nachdem der akute Notfall gemeistert ist - nur noch einmal die Woche zum Weiterarbeiten. Dabei kommt man als ConEd-Fritze schön rum, sieht etwas von Manhattan und jeder Kunde bekommt es ein wenig besorgt. Ist das nicht toll?
Nach den Stromfritzen kamen die Gasfritzen und rissen die Straße, die gerade erst von einem Drittfritzen asphaltiert worden war, wieder auf. Natürlich haben die Gasfritzen ein Viertfritzunternehmen, das temporär (?) Stahlplatten über die Grube legt und ggf. das Loch wieder mit Dreck und Asphalt verschließt.
New Yorker Lochverschlüsse sind eh ein Kapitel für sich: Um zu verhindern, das Radfahrer sich ernsthaft verletzen, steckte eine gute Seele in unserer Straße kurzerhand eine Stahlmülltonne ins passende Erdloch. Nach einem Monat etwa wurde das Loch aufgefüllt, aber so schlampig, dass es langsam zum Wiedergänger wird. Stahlplatten sind zwar recht rutschig bei Regen, aber dafür stürzt man nicht ins Loch...
[Update: Am 27. November 2007 sind die Arbeiten abgeschlossen. Cool. Kann mich schon kaum noch erinnern, wie das aussah mit den Stahlplatten. Guckst Du hier, hier oder hier - Beispiele von anderen Stellen in der Stadt.]
Nach den Stromfritzen kamen die Gasfritzen und rissen die Straße, die gerade erst von einem Drittfritzen asphaltiert worden war, wieder auf. Natürlich haben die Gasfritzen ein Viertfritzunternehmen, das temporär (?) Stahlplatten über die Grube legt und ggf. das Loch wieder mit Dreck und Asphalt verschließt.
New Yorker Lochverschlüsse sind eh ein Kapitel für sich: Um zu verhindern, das Radfahrer sich ernsthaft verletzen, steckte eine gute Seele in unserer Straße kurzerhand eine Stahlmülltonne ins passende Erdloch. Nach einem Monat etwa wurde das Loch aufgefüllt, aber so schlampig, dass es langsam zum Wiedergänger wird. Stahlplatten sind zwar recht rutschig bei Regen, aber dafür stürzt man nicht ins Loch...
[Update: Am 27. November 2007 sind die Arbeiten abgeschlossen. Cool. Kann mich schon kaum noch erinnern, wie das aussah mit den Stahlplatten. Guckst Du hier, hier oder hier - Beispiele von anderen Stellen in der Stadt.]
Monday, July 09, 2007
Brownout, Blackout - und ein Jubiläum
BROWNOUT
Gestern noch waren wir bei s-teifem Wind von City Island in den Long Island Sound gegangen und hatten den perfekten Sommersegeltag verbracht: Cruisen und quatschen, den warmen Wind und die Sonne vor der Manhattan Skyline an Bord der Maccabee genießen, Schooner und Cutter an uns vorüberzischen sehen.
Wir hatten wenig Lust, wieder ins dampfende Manhattan zu fahren - es herrschten Temperaturen bis 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) und die halbwöchige Hitzewelle war gerade erst losgerollt. Dummerweise schlugen wir das Angebot aus, die Nacht auf dem Boot zu verbringen.
Wir waren noch nicht einmal zu Hause, als es losging: An der Kreuzung 1st Ave und E 9th St flackern die Straßenlaternen. Oh nein. Bitte nicht schon wieder. Erst zwei Wochen zuvor war ich wegen Stromausfalls in der Subway stecken geblieben.
Es hilft nichts. Vor unserem und dem Nachbarhaus eine Menschentraube. Es qualmt aus einem Kanaldeckel vor unserer Haustür, der polnische Hausmeister vom Nachbarhaus witzelt: "Na, dann macht's Euch mal schön gemütlich zu Hause, Ihr Turteltauben, am besten mit Kerzen. Wir kriegen mal wieder Stromausfall. Oh Geez, da wo ich herkomme, gab's sowas nie - und ich kann Euch sagen..." (munter schwatzend ab).
Zu Hause angekommen, macht sich der erste Brownout bemerkbar: Der Rechner bleibt mit vernehmlichen Brummen einfach stehen, alle Lampen werden dunkler, die Ventilatoren bleiben zwar nicht stehen, aber dümpeln nur noch vor sich hin.
Wir sind müde und wollen nur noch ins Bett. Was uns davon abhält, ist deutlicher Brandgeruch. Minuten später fährt die Feuerwehr vor, ConEd, der lokale Stromversorger, rollt mit einem Notfallwagen an, die Arbeiter öffnen ein manhole (einen Kanaldeckel in der Straße), Rauch quillt und stinkt.
Es folgt eine stundenlange Materialschlacht inklusive Staubsaugertruck, Hochdruckreiniger, Messgeräten, Atemschutzgeräten, Halogenlampen - und wie es sich für New York gehört - jeder Menge Krach.
Klarer Fall, wir haben noch die Durchsagen von den Lautsprecherwagen der Polizei im Ohr, die letztes Jahr beim Stromausfall durch die Straßen fuhren: Keine unnötigen Stromverbraucher, vor allem aber keine Klimananlagen benutzen. Wem zu warm ist, der soll in einen der Kühlräume in den Altersheimen kommen. Kein Jokus, dort werden keine jüngst Verstorbenen frisch gehalten, sondern es sind wirklich öffentliche Kühlräume. "Find a cooling center in your neighbourhood", fordert uns die Stadtverwaltung auf. Würden die Rechner noch laufen, steuerten wir diese Webadresse sogar an.
Im vergangenen Jahr hatten wir noch Glück, das East Village flutschte knapp am Stromkollaps vorbei. Ein paar werte Mitbürger in Queens hatten weniger Glück und mussten bis zu viereinhalb Stunden in der Sonne schmoren - auf einem Hochgleis der Subway, und natürlich ohne air condition. Ein paar weitere Leute in Queens hatten für neun Tage keinen Strom und klagen nun gegen die Stadt. Blackouts sind bis heute keine Seltenheit in New York.
Also gut, keine Klimanlage anschalten, gerade dann nicht, wenn man sie wirklich mal braucht. Nur ein kleiner Ventilator für uns, bitte. Na dann gute Nacht.
BLACKOUT
Ich wache auf, weil Schweiß in meine Augen rinnt. Kein kalter, sondern warmer, sehr warmer. Wenigstens ist es mein eigener. Der letzte Ventilator ist ausgefallen. Blackout. Mitteninnernachtverdammtnochmal.
Der Kühlschrank schweigt, die Lampen bleiben dunkel. Wir haben mehr als 40 Grad Celsius, die Luft ist so feucht, dass Tropfen die Wände herunter rinnen. Kein Luftzug, denn das Fenster bleibt geschlossen: Draußen auf der Straße qualmen noch immer die Kabel, die ConEd-Männer arbeiten laut und hoffentlich unverdrossen, die Motoren von mindestens drei Trucks laufen permanent. Also umziehen ins Wohnzimmer - ans offene Fenster in der Hoffnung auf etwas Frischluft. Niente, es bewegt sich nichts. Mir kommen berühmte New Yorker Bilder in den Sinn (s.o.) - aber um auf die Feuertreppe hinauszusteigen, bringe ich keine Energie mehr auf. Auf deren Geländer lagen schon mittags sämtliche Sqirrels unseres Hinterhofs und ließen alle viere (plus Schwanz) baumeln. (Bild: Weegee, Tenement Penthouse, 1943, May 23rd).
Am Morgen ist irgendwann die Energie wieder da. Meine Liebste, new-yorkish gelassen, bedankt sich bei den Jungs für die schnelle Arbeit, bevor sie fragt, wie lange denn noch gewerkelt werde. Und fragt ganz unschuldig: "Was ist denn da gestern abend explodiert? Ein Transformator?" Antwort des CondEd-Arbeiters: "Oh nein, Miss, psssst, nicht dieses Wort bitte, das ist GANZ SCHLECHT! Neinnein, es war nur irgendetwas anders, was da explodiert ist, aber nicht das UN-AUS-SPRECHLICHE!"
Es werde wohl noch etwas dauern, aber man werde nicht verschwinden, bevor die Arbeit nicht getan sei (siehe auch New York's Finest, New York's Bravest (oder hier), New York's Noisiest oder New York's Hardest). Es müssen unterirdisch neue Kabel gezogen werden, und zwar für den ganzen Block. Das werde etwas dauern, und deswegen lege man die Kabel erst mnal oberirdisch. Den Rest des Tages werden dann mit Hilfe einer Kettensäge und acht Trucks im Leerlauf formschöne Holzkästen geschreinert, in die die Kabel vorab auf der Straße verlegt werden, damit niemand drüber stolpert oder sich gar elektrifiziert. Jedes Jahr sterben in dieser Stadt etliche Hunde (und gelegentlich auch ein paar Menschen) durch offenliegende Stromkabel.
Na, dann ist ja alles in bester Ordnung. Man begibt sich ins Büro und wirft den Rechner an. Dieser Rechner wird mir immer sympathischer: Er verweigert genau wie ich jegliche Arbeit jenseits der 35 Grad Celsius. Aber nun: Endlich mal wieder bloggen.
JUBILÄUM
Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren machte ein anderer Stromausfall in New York Geschichte: Am 13. Juli 1977 fiel für etwas mehr als 23 Stunden der Strom aus. Was in dieser Zeit passierte:
Den relevanten Artikel dazu mit allen Links zu Medienspecials gibt's wie immer bei der Times, diesmal im Blog Cityroom: Remembering the '77 blackout. Hier erfahren wir auch, was sonst im Jahre 1977 so passiert - nebst Disco Fever, der Suche nach dem New Yorker Serienmörder "Son of Sam", dem Aufstieg der NY Yankees etc.pp. Groß. Einfach groß. Danke, NYT! Und Ihr da: Links anklicken!
Passend zum Thema kommt der Film zum Blackout in die Kinos: "The Bronx is burning". Hmm, 30 Jahre später auch das East Village...
Gestern noch waren wir bei s-teifem Wind von City Island in den Long Island Sound gegangen und hatten den perfekten Sommersegeltag verbracht: Cruisen und quatschen, den warmen Wind und die Sonne vor der Manhattan Skyline an Bord der Maccabee genießen, Schooner und Cutter an uns vorüberzischen sehen.
Wir hatten wenig Lust, wieder ins dampfende Manhattan zu fahren - es herrschten Temperaturen bis 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) und die halbwöchige Hitzewelle war gerade erst losgerollt. Dummerweise schlugen wir das Angebot aus, die Nacht auf dem Boot zu verbringen.
Wir waren noch nicht einmal zu Hause, als es losging: An der Kreuzung 1st Ave und E 9th St flackern die Straßenlaternen. Oh nein. Bitte nicht schon wieder. Erst zwei Wochen zuvor war ich wegen Stromausfalls in der Subway stecken geblieben.
Es hilft nichts. Vor unserem und dem Nachbarhaus eine Menschentraube. Es qualmt aus einem Kanaldeckel vor unserer Haustür, der polnische Hausmeister vom Nachbarhaus witzelt: "Na, dann macht's Euch mal schön gemütlich zu Hause, Ihr Turteltauben, am besten mit Kerzen. Wir kriegen mal wieder Stromausfall. Oh Geez, da wo ich herkomme, gab's sowas nie - und ich kann Euch sagen..." (munter schwatzend ab).
Zu Hause angekommen, macht sich der erste Brownout bemerkbar: Der Rechner bleibt mit vernehmlichen Brummen einfach stehen, alle Lampen werden dunkler, die Ventilatoren bleiben zwar nicht stehen, aber dümpeln nur noch vor sich hin.
Wir sind müde und wollen nur noch ins Bett. Was uns davon abhält, ist deutlicher Brandgeruch. Minuten später fährt die Feuerwehr vor, ConEd, der lokale Stromversorger, rollt mit einem Notfallwagen an, die Arbeiter öffnen ein manhole (einen Kanaldeckel in der Straße), Rauch quillt und stinkt.
Es folgt eine stundenlange Materialschlacht inklusive Staubsaugertruck, Hochdruckreiniger, Messgeräten, Atemschutzgeräten, Halogenlampen - und wie es sich für New York gehört - jeder Menge Krach.
Klarer Fall, wir haben noch die Durchsagen von den Lautsprecherwagen der Polizei im Ohr, die letztes Jahr beim Stromausfall durch die Straßen fuhren: Keine unnötigen Stromverbraucher, vor allem aber keine Klimananlagen benutzen. Wem zu warm ist, der soll in einen der Kühlräume in den Altersheimen kommen. Kein Jokus, dort werden keine jüngst Verstorbenen frisch gehalten, sondern es sind wirklich öffentliche Kühlräume. "Find a cooling center in your neighbourhood", fordert uns die Stadtverwaltung auf. Würden die Rechner noch laufen, steuerten wir diese Webadresse sogar an.
Im vergangenen Jahr hatten wir noch Glück, das East Village flutschte knapp am Stromkollaps vorbei. Ein paar werte Mitbürger in Queens hatten weniger Glück und mussten bis zu viereinhalb Stunden in der Sonne schmoren - auf einem Hochgleis der Subway, und natürlich ohne air condition. Ein paar weitere Leute in Queens hatten für neun Tage keinen Strom und klagen nun gegen die Stadt. Blackouts sind bis heute keine Seltenheit in New York.
Also gut, keine Klimanlage anschalten, gerade dann nicht, wenn man sie wirklich mal braucht. Nur ein kleiner Ventilator für uns, bitte. Na dann gute Nacht.
BLACKOUT
Ich wache auf, weil Schweiß in meine Augen rinnt. Kein kalter, sondern warmer, sehr warmer. Wenigstens ist es mein eigener. Der letzte Ventilator ist ausgefallen. Blackout. Mitteninnernachtverdammtnochmal.
Der Kühlschrank schweigt, die Lampen bleiben dunkel. Wir haben mehr als 40 Grad Celsius, die Luft ist so feucht, dass Tropfen die Wände herunter rinnen. Kein Luftzug, denn das Fenster bleibt geschlossen: Draußen auf der Straße qualmen noch immer die Kabel, die ConEd-Männer arbeiten laut und hoffentlich unverdrossen, die Motoren von mindestens drei Trucks laufen permanent. Also umziehen ins Wohnzimmer - ans offene Fenster in der Hoffnung auf etwas Frischluft. Niente, es bewegt sich nichts. Mir kommen berühmte New Yorker Bilder in den Sinn (s.o.) - aber um auf die Feuertreppe hinauszusteigen, bringe ich keine Energie mehr auf. Auf deren Geländer lagen schon mittags sämtliche Sqirrels unseres Hinterhofs und ließen alle viere (plus Schwanz) baumeln. (Bild: Weegee, Tenement Penthouse, 1943, May 23rd).Am Morgen ist irgendwann die Energie wieder da. Meine Liebste, new-yorkish gelassen, bedankt sich bei den Jungs für die schnelle Arbeit, bevor sie fragt, wie lange denn noch gewerkelt werde. Und fragt ganz unschuldig: "Was ist denn da gestern abend explodiert? Ein Transformator?" Antwort des CondEd-Arbeiters: "Oh nein, Miss, psssst, nicht dieses Wort bitte, das ist GANZ SCHLECHT! Neinnein, es war nur irgendetwas anders, was da explodiert ist, aber nicht das UN-AUS-SPRECHLICHE!"
Es werde wohl noch etwas dauern, aber man werde nicht verschwinden, bevor die Arbeit nicht getan sei (siehe auch New York's Finest, New York's Bravest (oder hier), New York's Noisiest oder New York's Hardest). Es müssen unterirdisch neue Kabel gezogen werden, und zwar für den ganzen Block. Das werde etwas dauern, und deswegen lege man die Kabel erst mnal oberirdisch. Den Rest des Tages werden dann mit Hilfe einer Kettensäge und acht Trucks im Leerlauf formschöne Holzkästen geschreinert, in die die Kabel vorab auf der Straße verlegt werden, damit niemand drüber stolpert oder sich gar elektrifiziert. Jedes Jahr sterben in dieser Stadt etliche Hunde (und gelegentlich auch ein paar Menschen) durch offenliegende Stromkabel.
Na, dann ist ja alles in bester Ordnung. Man begibt sich ins Büro und wirft den Rechner an. Dieser Rechner wird mir immer sympathischer: Er verweigert genau wie ich jegliche Arbeit jenseits der 35 Grad Celsius. Aber nun: Endlich mal wieder bloggen.
JUBILÄUM
Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren machte ein anderer Stromausfall in New York Geschichte: Am 13. Juli 1977 fiel für etwas mehr als 23 Stunden der Strom aus. Was in dieser Zeit passierte:
- 21:34, 13. Juli bis 22:39 am 14. Juli: Dauer des Stromausfalls
- 1037 Feuer werden gemeldet.
- 1616 Geschäfte werden beschädigt und geplündert.
- 1700 mal wird falscher Alarm gemeldet.
- 14 mal wird Mehrfachalarm ausgelöst.
- 44 Feuerwehrmänner werden verletzt.
- 3776 Menschen werden festgenommen.
- 26.000 Polizisten gibt es 1977 in New York.
- 8000 Polizisten werden sofort auf die Straße geschickt.
- 18 Polizisten werden schwer verletzt.
- 300.000.000 Dollar: Geschätzter Schaden des Blackouts. Andere Quellen sprechen von "nur" 150.000.000 Dollar Schaden.
- 200 U-Bahn-Züge bleiben stecken.
- 1000 U-Bahn-Passagiere stecken in Zügen fest.
- 50 Autos werden alleine vom Gelände eines einzigen Autohändlers in der Bronx gestohlen.
- 200.000 Dollar ist der Schätzwert alleine dieser gestohlenen Autos.
- 500 Menschen sitzen beim Dinner im "Windows of the world" fest, dem Restaurant auf der 107. Etage des World Trade Center.
- 35 Menschen sitzen auf dem Aussichtsdeck des Empire State Building in der 86. Etage fest.
- 50 Dollar kostet eine Taxifahrt vom Shea Stadium (NY Mets!) nach Midtown Manhattan.
- 10 Dollar kostet diese Fahrt normalerweise.
- 1 Dollar nehmen einige Jungs mit Taschenlampen, die Bewohner treppauf zu ihren Wohnungen in den Wolkenkratzern in Manhattan begleiten.
Den relevanten Artikel dazu mit allen Links zu Medienspecials gibt's wie immer bei der Times, diesmal im Blog Cityroom: Remembering the '77 blackout. Hier erfahren wir auch, was sonst im Jahre 1977 so passiert - nebst Disco Fever, der Suche nach dem New Yorker Serienmörder "Son of Sam", dem Aufstieg der NY Yankees etc.pp. Groß. Einfach groß. Danke, NYT! Und Ihr da: Links anklicken!
Passend zum Thema kommt der Film zum Blackout in die Kinos: "The Bronx is burning". Hmm, 30 Jahre später auch das East Village...
Thursday, April 26, 2007
Top 10 George W. Bush Moments
Diese Aufnahmen kommen eher ohne Worte aus: Die schönsten Bush-Szenen versammelt in der David Letterman Show vom 23. Februar 2006.
Wednesday, April 18, 2007
The Voice Of The City
Hobo to entire platform: "You've seen cripple fights. You've seen hobo boxing. Now prepare yourselves for rich white assholes pushing to get on the train. [Train pulls in.] Briefcases may be used as shields. Good luck, folks."
4/5 platform, Union Square, overheard by Orson

Täglicher Pflichtbesuch hier - bei der Stimme der Stadt: Overheard in New York
4/5 platform, Union Square, overheard by Orson

Täglicher Pflichtbesuch hier - bei der Stimme der Stadt: Overheard in New York
Tuesday, April 10, 2007
From above
New York von oben ist einfach klasse: Meine Liebe hat mich zu meinem 40sten mit einem Helikopter-Rundflug über Manhattan überrascht. Das Video dazu gibt's hier bei Youtube.
Was hier zu sehen ist: Wir fliegen den Hudson River hinauf in Richtung Norden. Östlich von uns liegt Manhattan, ihr erkennt den Central Park und das Dakota (wo John Lennon gewohnt hat). Gerade nördlich der Mitte des Central Park liegt das Jacqueline O. Kennedy-Reservoir mitten im Central Park. Etwas nördlich vom Central Park nahe dem Ufer des Hudson River erkennt ihr eine große Kirche: die Riverside Church mit dem höchsten Kirchturm der Stadt (Tipp: Besichtigung interessant und kostenlos - gute Sicht). Davor seht ihr "Grant's Thomb", das Grabmal für den Bürgerkriegs-General und späteren US-Präsidenten.
Was hier zu sehen ist: Wir fliegen den Hudson River hinauf in Richtung Norden. Östlich von uns liegt Manhattan, ihr erkennt den Central Park und das Dakota (wo John Lennon gewohnt hat). Gerade nördlich der Mitte des Central Park liegt das Jacqueline O. Kennedy-Reservoir mitten im Central Park. Etwas nördlich vom Central Park nahe dem Ufer des Hudson River erkennt ihr eine große Kirche: die Riverside Church mit dem höchsten Kirchturm der Stadt (Tipp: Besichtigung interessant und kostenlos - gute Sicht). Davor seht ihr "Grant's Thomb", das Grabmal für den Bürgerkriegs-General und späteren US-Präsidenten.
Bahamavention on the subway

Wer diesen Herrn sieht, reitet wahrscheinlich gerade "the beast" - sitzt also in der New Yorker Subway - und stiert notgedrungen auf die Werbeplakate über den Zugfenstern. Denn es ist Frühjahr, Pläne werden geschmiedet, und nun werben gerade statt der Alkoholproduzenten, Privatschulen und Schönheitsoperateuren die Reiseveranstalter. Die "Bahamavention"-Kampagne des dortigen Touristenbüros verspricht nichts weniger als die Wiedererfindung des Selbst auf den Bahamas. Wer etwas wacher ist, als sich von einem Unternehmen neu erfinden zu lassen, weil er eh schon aussieht wie seine eigene Schrankwand, hat nun die Möglichkeit, sich andernorts und anderweitig verführen zu lassen:

"Cheat on New York" fordert uns Zurückgebliebene die Fluggesellschaft Delta auf und wirbt auf nämlichen Plakaten mit fantastischen Bildern von Kirchen in Bukarest, Seide in Accra, den Mayatempeln in Südamerika - und für Deutschland mit den unvermeidlichen Fässern der Spaten-Brauerei.
Monday, March 26, 2007
"Home On The Range"
"Home On The Range" at Ken's studio - backed by the Yayhoos! East Village, 11th St. studio on 03/25/2007.
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